Samsung 860 EVO Series im Test


Samsung SSD EVO 860

Samsung SSD EVO 860

Die neue Samsung 860 EVO SSD als Nachfolger der 850er Serie wollen wir hier etwas näher anschauen.

Wie schlägt sie sich mit größeren internen SSD Festplatten?

Unter den Schlagwörtern wie Robustheit, Performance, Verschlüsselung und der verbesserten  V-NAND v4 Technologie wirbt Samsung nicht nur für die 850 EVO, sondern ebenson für die 860 EVO.

Was genau steckt in diesem kleinen Gehäuse?

Diese Fragen und noch weitere beantworten wir Dir in unserem Bericht über die Samsung SSD EVO 860.

SSD Samsung 860 EVO Test & Ratgeber

Für alle, die ihren PC immer noch mit einer mechanischen HDD betreiben, dürfte der Umzug in das Zeitalter des Flash-Speichers wahrhafte Wunder bewirken. Ein Umstieg auf die SSD gilt seit langem als die Empfehlung schlechthin, sofern Lade- und Übertragungszeiten am PC die Geduld überstrapazieren. Mit der Neuauflage des famosen Klassikers Samsumg 850 EVO gibt es einen guten Grund, dieses Projekt endlich anzustoßen.

Die Samsung 860 EVO ist seit Anfang 2018 auf dem Markt erhältlich und stellt vor allem für preisbewusste Aufrüster eine großartige Wahl dar. Der EVO-Serie gelingt dabei der Spagat zwischen guter Leistung und noch erschwinglichen Preisen. Ein Blick auf den neuen EVO-Datenträger klärt im folgenden Ratgeber über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu dem direkten Vorgänger auf. In erster Linie konzentriert sich Samsung nicht auf eine noch schnellere Datentransferleistung. Die Verbesserungen stecken im Detail.

 

Preisrutsche nach Launch: 860 EVO ist so günstig wie der Vorgänger

SATA hat noch lange nicht ausgedient. Obwohl Samsung bereits NVME/PCIE-SSDs mit der 960er-Familie im Angebot hat, bleibt die alte Schnittstelle weiterhin ein Thema. Der Grund ist simpel: Für den berüchtigten Normalverbraucher liefert sie eine exzellente Performance. Die Samsung EVO 860 gilt gleich hinter der PRO-Variante als Nummer zwei im Verband des neuen Duos. Dank des weit verbreiteten SATA-3-Anschlusses kommen auch ältere PCs in die Vorzüge der neusten Generation. Als spontanes Upgrade besitzt die SSD 860 EVO somit auch in Zukunft einen großen Reiz. Sie ist für Standardsysteme wie Dekstop-PCs im handlichen 2,5-Zoll-Format erhältlich. Optisch gleicht sie übrigens der 860 PRO wie ein Ei dem anderen. Nur eine farbliche Markierung in Grau hebt das Einsteigermodell von dem edleren Artverwandten in Rot ab. Angeboten werden Kapazitäten ab 250 Gigabyte bis hin zu Speicherriesen mit stolzen 4 Terabyte.

Interessant ist der geringe, preisliche Unterschied der Nachkommen. Schon kurz nach Veröffentlichung liegen Vor- und Nachfahren fast gleichauf – welche der beiden Generationen dann die Gunst des Kunden erhält, dürfte dann klar sein. So wechselt das kleinste Basismodell mit lediglich 250 GB an Speichervolumen für knapp 100 € den Besitzer. Die schmalste EVO der 850er-Serie mit 120 GB für reine Systeminstallationen verabschiedet sich somit offiziell aus der aktualisierten Größenordnung. Bis hin zum 4-TB-Giganten steigt der Kaufpreis sehr gleichmäßig an. Für das größte Modell im 2,5-Zoll-Formfaktor veranschlagt der Hersteller satte 1500 €. TB-SSDs bleiben also ein teures Vergnügen.

 

Dynamischer Cache schützt vor Einbrüchen

Trotzdem: TLC bleibt TLC und die relative Trägheit dieses Speichers mit einer Informationstiefe von 3 Bit passt natürlich nicht zum Image einer pfeilschnellen Festplatte. Hochwertiger Flash-Speicher hat den Ruf zügig zu arbeiten, daher bedient sich Samsung eines bekannten Tricks. Während ein begrenzter SLC-Cache mit 1-Bit-Tiefe Daten puffert, werden die angestauten Daten heimlich und unbemerkt im Hintergrund auf die langsameren TLC-Zellen umgeschichtet. Das geht so lange ohne Einbrüche vonstatten, bis der Puffer komplett ausgereizt wird. Damit dies nicht passiert, gestatten die Koreaner bei der EVO nun die dynamische Nutzung des TLCs. Diese werden einfach mit 1-Bit-Daten beschrieben und wie herkömmlicher SLC angesprochen. Dadurch verringert sich natürlich deren Speicherkapazität – zumindest temporär bis zum Abschluss des Datentransfers. Solange genügend TLC-Zellen frei bleiben, liegt selbst bei gefülltem SLC-Cache die Arbeitsleistung der Festplatte auf sehr hohem Niveau. Diese Trickserei erweist sich als äußerst effektiv und dürfte vor allem bei den starken Terabyte-Vertretern so schnell nicht störend auffallen. Abhängig von Grundvolumen ergeben sich daraus 9 bis 72 GB zusätzlicher Cache-Reserven.

Offiziell reizt die Samsung 860 EVO beim sequenziellen Arbeiten nahezu das Maximum der SATA-3-Schnittstelle (6 Gbit/s) aus. Sequenzielle Schreibaufgaben erledigt das Solid State Drive mit 520 MB/s. Beim Auslesen von Daten erreicht es sogar 550 MB/s. Damit liegt der Nachfolger im Grunde auf gleichem Leistungslevel wie die vorhergehende Generation. Tatsächlich ist im praktischen Betrieb bei bekannten Benchmark-Tools keine nennenswerte Abweichung feststellbar. Manchmal liegt sogar das ältere Modell leicht vorne – Relevanz für die Kaufentscheidung besitzen diese minimalen Differenzen keine.

Verwirrspiele bezüglich des verwendeten Caches und Controllers sind ebenfalls ad acta gelegt worden. Eine klare Struktur mit rotem Faden lässt sich bei Blick auf die technischen Spezifikationen erkennen. In jedem Modell steckt unabhängig vom verfügbaren Speichervolumen die gleiche Technik. Selbst bei stark belegtem Speicherbeständen arbeitet der Datenträger auf voller Leistung und fängt nicht an zu erlahmen. Der neue LPDDR4-DRAM-Cache lockt die ohne hin schon am Limit arbeitende SATA-3-Anbindung keineswegs aus der Reserve, drückt dafür aber den Energieverbrauch weiter nach unten. Benötigt ein aktives 1-TB-Modell der 860er-Familie aktuell nun 3 Watt, waren es beim unmittelbaren Vorgänger noch 4,4 Watt. Letztendlich kommt auch dies der gesamten Betriebszeit zugute.

 

Sonstige Merkmale

Natürlich sind neben neuem Controller-System und V-NAND v4 auch andere Extras beim Kauf der Samsung 860 Evo mit dabei. Dazu gehören Verschlüsselungsverfahren auf Hardware-Basis (AES 256, IEEE-1667, TCG Opal 2.0), eine verbesserte Fehlererkennung zum Schutz vor Datenverlusten und eine 5 Jahre anhaltende Garantie. Die firmeneigene Migration-Software erleichtert Neukäufern das Übertragen von Systempartitionen auf die neue Festplatte.

Außerdem hat Samsung den ärgerlichen TRIM-Fehler für Linux-Nutzer aus dem Weg geräumt. Dieser sorgte für fehlerhafte Zuweisung von Datenblöcken zum Zwecke der Löschung, die eigentlich in Gebrauch waren. Der dadurch entstehende, spontane Datenverlust rief einigen Trubel hervor und machte die ansonst hervorragende 860-EVO-Linie langfristig nicht alltagstauglich im Zusammenspiel mit Linux-Distributionen.

 

Technische Daten

Controller: MJX
Kapazität: 250 / 500 / 1.024 / 2.048 / 4.096 GB
Formfaktor: 2,5 Zoll, M.2, mSATA
Lesen seq.: 550 MB/s
Schreiben seq.: 520 MB/s
4 kB Random Read (QD32) : 98.000 IOPS
4 kB Random Write (QD32) : 90.000 IOPS
Leistungsaufnahme: aktiv 2,0 W (250 GB), 2,5 W (500 GB) (3 W ab 1-TB-Modellen), 50 mW im Leerlauf und 2 mW bis 8 mW (Devsleep)
Total Bytes Written: 150 TB (250 GB), 300 TB (500 GB), 600 TB (1 TB), 1200 TB (2 TB), 2400 (4 TB)
Speicher: 3-Bit-TLC-VNAND 4. Generation (TurboWrite,256 Gbit, 64 Layer)
DRAM Cache: 512 MB (250/500 GB), 1 GB (1 TB), 2 GB (2 TB), 4 GB (4 TB) LPDDR4

Vorteile

  • Schreibe- und Lesegeschwindigkeit fast am Schnittstellenlimit
  • gegenüber HDDs riesiger Leistungsgewinn
  • keine Peformance-Verluste bei geringem Restspeicher
  • lautloser, kühler Betrieb
  • hohe Langlebigkeit und Kapazität durch V-NAND (Gen 4)
  • Hardware-Verschlüsselung
  • kein TRIM-Bug mehr vorhanden
  • Turbo-Write-Funktion fängt Cache-Engpässe ab

Nachteile

  • Preis pro Gigabyte teurer gegenüber klassischer HDD
  • weniger geeignet für regelmäßigen Austausch extremer Datenvolumen
  • Leistungsgewinn gegenüber Vorgänger zu vernachlässigen

 

Fazit

Interessant: Die neue EVO-Reihe überflügelt im SSD Test die ehemaligen PRO-Vorzeigemodelle der 850er-Modelle. Sie hält länger durch, braucht weniger Storm und ist softwaretechnisch auf dem neusten Stand der Dinge. Horrende Bugs wie die Linux-Katastrophe bei Serveranwendungen durch fehlerhafte TRIM-Befehle werden somit hoffentlich dem Reich des Vergessens anfallen. Summa Summarum präsentiert sich die Samsung SSD 860 EVO im Ratgeber als attraktives Gesamtpaket. Besonders die nun deutlich angestiegenen TBW garantieren in Kombination mit größeren Modellen selbst bei ständiger Nutzung des Datenträgers eine lange Lebenszeit. Ausnahmen dürfte wohl regelmäßige Arbeiten mit extrem hochauflösenden Videomaterial darstellen – eine bescheidene Randgruppe greift also noch wie vor zur alten HDD. Die gesteigerte Effizienz schlägt sich auch in der Ausdauer nieder und bringt selbst bei kritischen Datenmengen die Transferrate ab sofort nur noch selten ins Stottern. Damit hat die 860 EVO erneut das Potenzial, zu einem echten Klassiker für die nächsten Jahre zu avancieren.

Sale
Samsung MZ-76E500B/EU 860 EVO interne SSD 500GB (6,4 cm (2,5 Zoll), SATA III) schwarz
  • Lesegeschwindigkeit bis zu 550MB/s, Schreibgeschwindigkeit bis zu 520MB/s, Betriebstemperatur : 0 - 70 ℃
  • Sehr hohe Zuverlässigkeit dank Samsung V-NAND 3-bit MLC Speicher mit bis zu 300TB TBW Haltbarkeit
  • Fortschrittliche Hardware-Datenverschlüsselung nach den aktuellen Standards: optional können dank SED (Self Encrypting Drive) Technology Ihre Daten mit AES 256bit Verschlüsselung geschützt werden.

 Merkmale:
 SSD 250GB - 4TB
 AB 80,85 EUR
 Marke  Samsung
 Modell/Serie  SSD 860 EVO
 Artikelgewicht  81,6 g
 Produktabmessungen  7 x 10 x 0,7 cm
 Farbe  Schwarz
 Formfaktor  2.5
 Größe Festplatte  250GB – 4TB
 Unterstützte Software  Ja

 

Die Preise und Bestsellerliste aktualisieren sich alle 12 Stunden.